Main-Echo Wirtschaftstipp 27/2020: Kann Gold als Anlage glänzen?

Vor einigen Jahren besuchten wir die Bundesbank in Frankfurt. Dort lagern große  Goldbestände – insgesamt hat die Bank mehr als 3.000 Tonnen! Und so reihten wir uns in einer langen Schlange ein, um auch einmal einen Goldbarren in Händen zu halten – ein emotionales Erlebnis, denn Gold ist ein Mythos

Seit Jahresbeginn hat Gold rund 20 Prozent an Wert gewonnen! Jetzt, da Seuchen und Wirtschaftszahlen bei vielen Menschen Ängste schüren, scheint Gold wieder als sichere Wertanlage. 

Aber genau hier muss der Verstand einsetzen! Gold ist ein Rohstoff, dessen Menge relativ konstant ist. Alles Gold der Erde zusammen würde einen Würfel mit der Kantenlänge von 21 Metern ergeben. Der Preis für Gold ist entsprechend auch über die Jahrhunderte relativ konstant, schwankt aber je nach Sicherheitsbedürfnis der Menschheit.

Deshalb ist Gold als Geldanlage mit planbarer Rendite ungeeignet. Wer beispielsweise 1981 Gold gekauft hat, musste 15 Jahre fallende Kurse durchstehen bis er wieder bei Null angekommen war. Wer 2010 kaufte, musste 10 Jahre warten.
Fazit: Gold dient nicht als Geldanlage sondern höchstens als Versicherung gegen den totalen Zusammenbruch des Systems. Wer das so sieht, kann sich fünf bis zehn Prozent seines Kapitals als Recycling-Gold oder als Gold mit Fairtrade-Zertifizierung physisch zulegen.

Erschienen im Wirtschaftsteil der größten Tageszeitung am bayerischen Untermain, Main-Echo, Gesamtausgabe, 18.07.2020


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