Die 7 besten Tipps fürs monatliche Sparen

Die Deutschen sind gute Sparer. Nach aktuellen Umfragen legen 83 Prozent der Deutschen jeden Monat etwas zurück. Und gerade aktuell in der Coronakrise sind die Zahlen derer, die der Aussage „In dieser Zeit ist es ratsam, Geld zu sparen“, um 22 Prozentpunkte geradezu explodiert. Sparen ist also in, aber sparen ist eben auch wichtig und notwendig. Bestes Beispiel ist der deutsche Staat: durch die rigide Sparpolitik in den vergangenen, wirtschaftlichen starken Zeiten kann er heute aus dem vollen schöpfen und die Wirtschaft mit sehr viel Geld unterstützen, Kurzarbeitergeld zahlen und sogar noch anderen Ländern helfen.

Sparen ist also sinnvoll, aber in welcher Höhe? Es gibt kein Naturgesetzt, welches die monatliche Sparrate vorgibt. Auch Eltern oder Großeltern können selten mehr dazu sagen als „spar soviel Du kannst“. Aber es gibt wichtig Tipps und Überlegungen, wie man seine eigene monatliche Sparrate bestimmen kann. Wir haben die 7 besten Tipps um die eigene monatliche Sparrate zu bestimmen, ermittelt und für Sie hier zusammengetragen.

1. Tipp: Sparen um ein Ziel zu erreichen

Diese Art zu Sparen ist die einfachste und motiviert am meisten. Wer ein (erreichbares) Ziel vor Augen hat, der schränkt sich ehesten ein und der spart am meisten.

Das Ziel können kurzfristige Dinge sein wie eine Renovierung, ein Auto oder ein vielleicht ein teueres Fahrrad.

Bestimmen Sie die Investitionssumme. Achtung: Wenn die Investition in 5, 8 oder 10 Jahren erfolgt, müssen Sie unbedingt mit der Preissteigerung rechnen. Wenn das tolle Fahrrad heute 5.000 Euro kostet und Sie es in 5 Jahren „erspart“ haben möchten, gilt die Formel:

Sparziel = 5.000 Euro * 1,03 5 Jahre = 5.796 Euro

Ich habe an der Stelle 3 Prozent jährliche Inflation angenommen. Das ist höher als die aktuelle Inflationsrate, aber zum einen gibt das einen gewissen Puffer, zum anderen könnte nach der Coronakrise aufgrund des vielen in den Geldkreislauf gepumpten Geldes die Inflationsrate anziehen. Aber natürlich können Sie statt der 3 in der Rechnung auch andere Inflationsraten einsetzen.

Jetzt teilen Sie das Sparziel durch die Anzahl der Spar-Monate, in unserem Fall sind das bei 5 Jahren dann 60 Monate, und erhalten die

Monatliche Sparrate = Sparziel / Anzahl Monate = 5.7965 Euro / 60 = 96,60 Euro

Wenn Sie eine Verzinsung von Null Prozent unterstellen, ist das ihre monatliche Sparrate. Diese muss natürlich durch Ihre eigene Situation mit Einkommen und Ausgaben machbar sein, ansonsten muss das Sparziel reduziert oder die Spar-Länge erhöht werden.

Wenn Sie das Geld nicht auf einem unverzinsten Konto ansparen möchten, bieten Sie Wertpapierdepots an. Beachten Sie dabei die folgende Tabelle:

Spar-DauerEmpfohlene AnlagemöglichkeitAnzusetzende RenditeBeispiele
Bis 5 JahreTagesgeldkonot0 ProzentTagesgeldkonten zum Beispiel der großen ethisch-ökologischen Banken wie Triodos Bank, GLS Bank oder Ethikbank
5 Jahre bis 8 JahreAusgewogenes Wertpapierdepot3 ProzentEthisch-ökologisches Wertpapierdepot wie Musterdepot Balance
8 Jahre und längerWachstum-orientiertes Wertpapierdepot5 ProzentEthisch-ökologisches Wertpapierdepot wie Musterdepot Wachstum
Tabelle 1: Bei welcher Spardauer welche Anlageform verwenden?

Sonderziel Altersvorsorge: Grundsätzlich kann diese Vorgehensweise auch für die private Altersvorsorge genutzt werden. Dafür müssen Sie jedoch das Sparziel errmitteln, also wieviel Geld Sie bei Eintritt in die Rentenphase benötigen. Ermitteln Sie dazu die nach aktueller Einschätzung auftretende monatliche Lücke in der Rentenphase, also die Renteneinnahmen (z.B. gesetzliche Rente, Pensionen, Mieteinnahmen, etc.) minus die Ausgaben (z.B. Lebenshaltungskosten, Hobbies, etc.). Wenn Sie mit 67 Jahren in Rente gehen gilt als Annährung:

Sparziel Altersvorsorge = Rentenlücke / 25 * 10.000

(Hintergrund: die 25 ist aus der Versicherungsmathematik und gibt den sogenannten Rentenfaktor wieder, der zu Berechnung einer monatliche Rente pro 10.000 Euro Kapital verwendet wird. Er kann variieren – darf für unsere Zwecke mit 25 als hinreichend exakt gelten).

Beispiel für eine Rentenlücke von 500 Euro monatlich:

Sparziel Altersvorsorge = 500 Euro / 25 * 10.000 = 166.666 Euro

Mit Hilfe der 4-Prozent-Regel (mehr dazu in unserem Beitrag Wie Sie Ihre Altersvorsorge selbst aufbauen) können Sie damit Ihre Rentenlücke in decken.

2. Tipp: Die 50:30:20 Regel

Eine einfache Regel für alle, die keine konkreten Ziel mit dem Ansparen verfolgen und einfach nur einen konkreten, monatlichen Betrag zurück legen möchten. Sie kann auch als allgemeine Richtschnur für die Verwendung des monatlichen Einkommens angesehen werden.

50 Prozent sollen demnach für lebensnotwendige Dinge wie Miete, Heizung, Strom, Telefonrechnung oder Essen verwendet werden.

30 Prozent können demnach für beliebige Dinge verwendet werden, zum Beispiel Hobbies, Kultur, Mode oder Reisen.

20 Prozent sollen nach der 50:30:20 Regel für Sparen verwendet werden.

Für alle die ansonsten keine sinnvolle Berechnung anstellen können ist die 50:30:20 Regel eine tolle und einfache Möglichkeit, einen sinnvollen monatlichen Spar-Betrag zu ermitteln.

3. Tipp: Wieviel Sparen zufrieden macht

Einen sehr interessanten Ansatz hat Prof. Martin Schröder von der Uni Marburg der Welt in seinem Buch „Wann sind wir wirklich zufrieden?“ geschenkt.

Er wertet darin einen tollen Datensatz aus, nämlich das Sozio-oekonomisches Panel des Deutsches Instituts für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW Berlin). Seit 1984 werden darin immer wieder die gleichen Menschen in Deutschland befragt, mittlerweile wurde dabei mehr als 600.000 mal die Frage gestellt, wann der Mensch wirklich zufrieden ist.

Damit lässt sich auch „herausfragen“, mit welchem Prozentanteil des gesparten Einkommens welche Zufriedenheit erreicht wird. Und klar, man könnte natürlich mit diesem Wert auch herausfinden, was man monatlich sparen muss, um am zufriedensten zu sein.

Das Ergebnis ist eindeutig: Wer nichts monatlich spart, ist am unzufriedensten. Von daher nimmt mit jedem Prozentpunkt des Einkommens mehr als Sparrate auch die Zufriedenheit zu, bis die Kurve ab 30 bis 40 Prozent abflacht. Ab 40 Prozent des gesparten Einkommens bleibt sie konstant; mehr zu sparen bringt also keine Zufriedenheit mehr.

Fazit: Wer einfach nur zufrieden sein möchte, sollte 30 bis 40 Prozent seines Einkommens sparen!

Tipp 4: Sparen für Selbstständige

Die beiden oben genannten Tipps gelten grundsätzlich auch für Selbstständige. Aber es gibt noch Ergänzung, denn der Selbstständige muss sich in der Regel mehr als andere um seine Altersvorsorge kümmern. Wer einfach freiwillig in die gesetzliche Rente einzahlt, gilt in dabei in diesem Sinne als Arbeitnehmer und kann die Tipps 1 und 2 grundsätzlich verfolgen und sich auch seine Rentenlücke selbst ausrechnen.

Wer jedoch nicht in die gesetzliche Rente einzahlt (oder in ein vergleichbares Versorgungswerk), kann sich dessen bewusst machen, dass bei einem Arbeitnehmer knapp 20 Prozent des Bruttolohns in die gesetzliche Rente fließen.

Deshalb Tipp 3 für Selbstständige: Wer nicht in die gesetzliche Rente einzahlt, sollte mindestens 20 Prozent seines Einkommens für einen tollen Lebensabend zurück legen.

Tipp 5: Sparen für Beamte

Der gegenteiltige Gedanke zu den Selbstständigen ist für Beamte gültig. Grundsätzlich ich die Altersversorgung von Beamten sehr komfortabel geregelt, so dass für die meisten Beamten keine gravierene Rentenlücke besteht. Entsprechend können Beamte das Ansparen einer Altersvorsorge auf geringerem Niveau betreiben.

Trotzdem können Beamte natürlich auf konkrete Ziele, die in 3, 5 oder vielleicht 7 Jahren erreicht werden sollen, ansparen (Tipp 1). Oder einfach um eine höhere Zufriedenheit zu erreichen 30 bis 40 Prozent des Einkommens sparen (Tipp 2).

Tipp 6: Sparen für Enkel oder Kinder

Untersuchungen zeigen, dass Geld verschenken besonders zufrieden macht. Also warum nicht jeden Monat etwas für die eigenen Kinder oder die Enkel ansparen?

Natürlich kommt es darauf an, wieviel Einkommen zur Verfügung stehen und wieviele Kinder oder Enkel vorhanden sind. Gerade bei Enkeln sollte man Vorsicht walten lassen, denn wer im Überschwang beim ersten Enkel 100 Euro im Monat für diesen anspart, bereute das möglicherweise einige Jahre später, wenn vielleicht 5 Enkel da sind und dann 500 Euro monatlich gespart werden müssten.

Für Elten ist eine Orientierung am Kindergeld manchmal hilfreich: dieses kann für das jeweilige Kind zurück gelegt werden.

In Praxis sehen wir häufig Beträg zwischen 25 und 100 Euro monatlich. Berechnungsregeln hierfür gibt es jedoch keine – schließlich sind das Geschenke und die Höhe eines Geschenkes variiert doch sehr stark.

Tipp 7: Zum Abschluss der Praxistipp

Wem die oben genannten Regeln nicht zusagen oder einfach zu kompliziert sind, kann mit dieser praktischen Anleitung gut zurecht kommen:

a) Fangen Sie mit 10 Prozent Ihres Netto-Einkommens an! Egal wir groß oder wie kleine Ihr Einkommen ist, 10 Prozent muss jeder zur Seite legen können. Nach ein paar Monaten werden Sie diese 10 Prozent bestimmt nicht mehr spüren.

b) Immer wenn es eine Gehaltserhöhung gibt, schauen Sie sich die Abrechnung an und ermitteln Sie, wieviel mehr an Netto-Einkommen sich daraus ergibt. Die Hälfte dafür nehmen Sie für Konsum, Freizeit und einfach für ein schöneres Leben. Die andere Hälfte davon addieren Sie zu Ihrem bisherigen Sparbetrag. Das ist kein Problem, denn das ist ja Geld, was Sie vorher überhaupt nicht hatten. Sie könnten eigentlich alles an Lohnerhöhung sparen – aber Sie sollten nicht zu hart zu sich selbst sein, sondern die Hälfte auch für Ihr Vergnügen verwenden.

Über den Autor

Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

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