Wasserstoff: Wie investieren? Gibt es Wasserstoff Fonds?

„Auf der Suche nach heißen Zukunftswerten haben findige Aktionäre, die Aktien von Brennstoffzellen-Produzenten entdeckt. Seit Jahresanfang stiegen die Kurse vieler Titel, etwa von Ballard Power, Plug Power oder Satcon Technology, mit dreistelligen Zuwachsraten. Der „riesige Boom“ wurde vor allem durch die Autoausstellungen in Detroit und Genf ausgelöst“

Der Spiegel 14/2000

Dieses Zitat wurde dem Spiegel entnommen. Allerdings nicht der aktuellen Ausgabe sondern der Ausgabe 14 im Jahr 2000.

Der Weg schien damals frei für die Wasserstofftechnologie. Die Aktie des Branchenprimus Ballard Power notierte bei knapp 150€ Euro. Doch durch den Einstieg der Firmen DaimlerChrysler und Ford bei der Ballard AG um die Brennstoffzellen-Sparte der kanadischen Gesellschaft vollständig zu übernehmen, brach der Aktienkurs letztlich auf 9,55 kanadische Dollar ein um nach und nach weiter auf knapp über 1€ zu fallen. Längst sind Daimler und Ford ausgestiegen. Aktuell befindet sich das Unternehmen in chinesischer Hand. Größter Einzelaktionär ist Weichai Power, ein chinesischer Automobilzulieferer der stark auf Brennstoffzellen im Motorenbau setzt.

Die Frage drängt sich auf, wo wir im Klimaschutz bereits stehen könnten, hätten damals die Versuchswagen wie der Opel Zafira tatsächlich mit Brennstoffzelle den Weg in die Serienproduktion gefunden. Fragen sollte man sich auch, ob es für Unternehmen, die Zukunftstechnologie herstellen, sinnvoll ist, sich Dinosaurier der alten Industrie als Mehrheitsaktionäre zu leisten. Wer mit Verbrennermotoren hervorragende Gewinne erzielt, hatte möglicherweise gar nicht so großes Interesse an der Brennstoffzelle.

Das Thema Wasserstoff ist heute so heiß wie damals. Wasserstoff gilt als der Hoffnungsträger der Zukunft für grüne Mobilität und Industrie. Die Brennstoffzelle soll Autos, Lastwagen und Schiffe antreiben aber noch viel mehr für eine treibhausgasneutrale Stahl- oder Chemieindustrie sorgen. Wasserstoff könnte endlich die Lösung für die Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen sein.

Dabei ist Wasserstoff ein Gas das erzeugt werden muss und je nach Herstellungsform gar nicht so klimaschonend ist, wie es vereinfacht dargestellt wird. Nur mit erneuerbaren Energien hergestellter Wasserstoff ist tatsächlich klimaschonend. Das gängige Herstellungsverfahren derzeit ist die Dampfreformierung. (Zum Erklärfilm: Wasserstoffverfahren). Dabei spaltet heißer Dampf Erdgas in seine Bestandteile: Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Diese Methode setzt jedoch auch CO2 Frei.

Schonender für die Umwelt geht es mittels Elektrolyse mit Strom aus Wind- und Solarkraftwerken. Daher ist es wichtig im Rahmen der Wasserstoffstrategie erneuerbare Energien zu fördern. Ohne Wind- und Solarkraftwerke wird die Wasserstofftechnologie im Potential zum Klimaschutz begrenzt sein. Wenn mittels Strom aus erneuerbaren Energiequellen Wasserstoff hergestellt wird und dann wieder an anderer Stelle in Strom rückgewandelt wird, kann der Wirkungsgrad mittlerweile bei über 70 Prozent liegen.

Wenn eine Brennstoffzelle aus Wasserstoff Strom erzeugt, kann damit ein PKW angetrieben werden. Allerdings ist der Wirkungsgrad hierbei mit 30 Prozent derzeit noch sehr gering. Das bedeutet nur 30 Prozent der ursprünglich für die Erzeugung des Wasserstoffs eingesetzten Energie wird genutzt. Um flächendeckend attraktiv zu werden, muss dies deutlich verbessert werden. Derzeit ist somit der batteriebetriebene Elektroantrieb attraktiver. Es verwundert daher nicht, dass bislang nur zwei Modelle von Brennstoffzellenautos in Deutschland gibt. Vereinzelt auf deutschen Straßen sind der Toyota Mirai und der Hyundai Nexo zu finden. Diese können an 60 Wasserstofftankstellen befüllt werden.

In der Industrie ist Wasserstoff eine bewährte Technologie. Derzeit beläuft sich die weltweite Produktion auf 600 Milliarden Kubikmeter. Diese Menge könnte 1,5 Prozent des weltweiten Energiebedarfs abdecken. Ziel ist es seitens der EU den Anteil des Wasserstoffs bis zum Jahr 2050 erheblich zu steigern.

Gibt es Wasserstofffonds?

Wasserstoffaktien sind dennoch nicht die Garantie für sichere Gewinne. Vielmehr handelt es sich beim aktuellen Bewertungsniveau um brandheiße Spekulation. Auch nach der Korrektur der bisherigen Höchststände seit Feburar 2021 sind Einzelaktien im Wasserstoffsegement nicht günstig bewertet. Ebenso steht noch nicht fest welches der Unternehmen das Rennen macht. Streuung der Geldanlage auf mehrere Unternehmen ist daher dringend geboten.

Eine Investition in Wasserstofffonds ist somit für die meisten Anleger die beste Wahl. Inzwischen ist mit dem GG Wasserstoff (WKN: A2QDR5) auch ein aktiv gemanagter Wasserstofffonds erhältlich.

Der erste Wasserstofffonds wurde am 23.11.2020 von der BaFin genehmigt und am 15.12.2020 aufgelegt. Unter der Wertpapierkennummer A2QDR5 (ISIN: DE000A2QDR59) ist seitdem der GG Wasserstoff zu finden. Über die Fondsgesellschaft HansaInvest und das Portal wasserstofffonds.de stehen weitere Informationen zur Verfügung. Der Fonds ist über Banken, Finanzberater und über Fondsvermittlungsgesellschaften zu beziehen.

Der Börsenhandel an der Börse Hamburg läuft seit 06. Januar 2021, weitere Börsen und Handelsplätze folgten. Es werden zahlreiche Transaktionen vorgenommen.

Auf der Seite der Kapitalverwaltungsgesellschaft Hansainvest finden Anleger täglich aktualisierte Daten sowie die Angabe der 10 größten Fondspositionen: Detailinformationen GG Wasserstoff

Neben dem aktiven Wasserstofffonds GG Wasserstoff gibt es für versierte Anleger diverse spekulative Zertifikate und zwei ETFs.

Wasserstoff: Alles, was Sie jetzt zum Öl der Zukunft wissen müssen

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Es gibt für Investoren auch die Möglichkeit über Klimafonds (Grünes Geld Musterdepot Klima) das Thema als Beimischung aufzugreifen. Zukunftsorientierte Fondsmanager haben die Tragweite der Zukunftstechnologie längst erkannt.

Grund für Optimismus gibt es hinreichend. Die Deutsche Energieagentur prognostiziert 4,1 bis 6,4 Millionen Brennstoffzellen-Kraftfahrzeuge bis zum Jahr 2030. Im Jahr 2019 waren es 506 Fahrzeuge. Dies zeigt das Potential der Technologie. Vor 20 Jahren wurde die Wasserstofftechologie nicht stark weiterverfolgt. Damals wurde die flächendeckende und branchenübergreifende Nutzung der Wasserstofftechnologie in den Tiefschlaf versetzt. Geschichte wiederholt sich jedoch meist nicht. Inzwischen hat sich die Problematik des Klimawandels massiv verschärft. Politische Verantwortungsträger sind sich dies Großteiles bewusst.

Der Green Deal der EU also bis 2050 klimaneutral zu werden ist ein positives Zeichen, dass diesmal die Zeit reif sein könnte für die Wasserstofftechnologie. Nochmal 20 Jahre zu verschlafen können wir uns als Menschheit nicht leisten. Wie damals eignet sich auch heute die Geldanlage in Wasserstoff nur für risikobereite Anleger. Mehr Informationen auch zu den einzelnen Unternehmen die im Bereich der Wasserstofftechnologie tätig sind und mögliche Investments unter Wasserstofffonds.de.

Doch nicht nur für die EU ist klimaneutrale Wirtschaftsweise das Ziel. Auch international haben sich seit dem Wechsel der amerikanischen Präsidentschaft auf den Demokraten Joe Biden einige positive Veränderungen ergeben. Die USA sind wieder dem Pariser Klimaschutzabkommen beigetreten und teile der Milliarden Programme zur Stützung der Wirtschaft nach der COVID-19 Pandemie sollen zur Förderung grüner Technologien unter anderem grünem Wasserstoff eingesetzt werden. China und Japan griffen kürzlich das Thema Klimaneutralität 2060 bzw. 2050 ebenfalls auf. In den Industriesektoren kommt niemand am klimaneutral erzeugten Wasserstoff vorbei. Weltweit erfährt das Thema Wasserstoff breite Unterstützung und in vielen Ländern der Erde entstehen Großprojekte.

3 Beeindruckende Wasserstoffprojekte weltweit

Projekt HyEx – Chile

Im Juli 2019 schlossen sich Enaex, ein chilenischer Hersteller von Ammoniumnitrat und der französische Energieversorgungskonzern Engie zu einer strategischen Allianz zusammen.

Das gemeinsame Projekt HyEx soll eine 1,6 GW Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage und einen 2 GW Solarpark beinhalten. Diese Anlage könnte 124.000 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren, welcher anschließend in einer Ammoniakanlage eingesetzt werden könnte.

Damit ließen sich so jährlich 700.000 Tonnen grünen Ammoniaks produzieren. Die Hälfte davon sollen in die Ammoniumnitritanlage von Enaex fließen, sodass er nicht mehr importiert werden müsste, die restlichen Anteile könnten für Kraftstoff, die Gründünger-Produktion und den Exportmarkt verwendet werden. Die 1,6 GW Anlage ist jedoch nur ein erster Baustein, denn das Ziel bis 2024 lautet: Betrieb einer Pilotanlage, mit einer 36 MW Solaranlage, einen 26 MW Wasserstoff-Elektrolyseur. Bis 2030 soll der Vollbetrieb erfolgen.

Für das Klima würde es eine CO2 Entlastung bedeuten, denn nach den Einschätzungen von Engie und Enaex bietet HyEX ein jährliches CO2-Reduktionspotenzial von über 600.000 Tonnen.

Erster Wasserstofffonds wurde am 15.12.2020 zugelassen: Jetzt die wichtigsten Infos erhalten

Der Fonds vereint ca. 35 – 40 Unternehmen. Die wichtigsten Pure Player (Kerngeschäft Wasserstoff) und Blended Player (Teilgeschäft Wasserstoff oder wichtige Rolle in der Wertschöpfungskette.)

Wenn Sie an ausführlichen Informationen zum Fonds interessiert sind, tragen Sie hier Ihre Emailadresse ein.

Wir werden Ihnen ausschließlich zu diesem Zweck Emails senden.

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Weshalb spielt Ammoniak wenn man über Wasserstoff spricht eine so große Rolle?

Ammoniak ist bei Raumtemperatur ein farbloses Gas. Seine chemische Verbindung besteht aus Stickstoff und Wasserstoff mit der Summenformel NH3. von Grünem Ammoniak spricht man, wenn für den Herstellungsprozess anstelle von fossilen Energieträgern erzeugtem Ammoniak erneuerbare Energien eingesetzt werden. Grünes Ammoniak kann sowohl als Grundchemikalie, als Brennstoff und auch als vergleichsweise leicht zu transportierender Wasserstoff-Speicher eingesetzt werden. Daher kommt Ammoniak eine wichtige Rolle in der globalen Energietransformation zu.

Projekt NortH2 – Niederlande

Gemeinsam wollen Shell, Equinor, Gasunie, RWE und der Hafen Groningen Seaports mit dem Wasserstoffprojekt NortHsie ein System aus Offshore-Windparks, Elektrolyseuren, Gasspeichern und Leitungen aufbauen. Ziel ist Offshore-Wind-Strom in grünen Wasserstoff umwandeln lassen. Damit ließe sich dieser Strom auch speichern und zu Industriezentren in Nord-West-Europa bringen.

Dafür soll im Norden der Niederlande ein Zentrum für grünen Wasserstoff mit einer Kapazität beziehungsweise Elektrolyseleistung von 4 GW bis 2030 und mehr als 10 GW bis 2040, entstehen. Es ließen sich pro Jahr eine Million Tonnen grünen Wasserstoffs produzieren und zugleich acht bis zehn Millionen Tonnen CO2 vermeiden.

Projekt REFHYNE – Deutschland

Auf dem Gelände der Shell Rheinland Raffinerie in Wesseling (Nordrhein-Westfalen) entsteht die weltweit größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyseanlage. Seit Juli 2021 ist sie in Betrieb und soll damit einen Teil des Wasserstoffbedarfs über grünen Wasserstoff auf Basis von Strom aus Erneuerbaren Energien decken. Das europäische Konsortium von Shell, ITM Power, SINTEF, thinkstep und Element Energy möhte damit nicht nur die CO2-Emissionen des Standortes reduzieren, sondern auch darüber hinaus mit REFHYNE einen Beitrag zur Energiewende in der Raffineriebranche leisten.

Für den klimaneutralen Umbau der Industrie in Deutschland werden riesige Mengen an „grünem“ Wasserstoff benötigt. Der Öl- und Erdgaskonzern Shell ist nun in Wesseling in die Produktion eingestiegen – dies zunächst im kleinen Umfang. Im Beisein von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ging am 2. Juli 2021 eine Anlage zur Wasserstoff-Elektrolyse in Betrieb. Sie hat eine Leistung von 10 Megawatt und kann nach Firmenangaben pro Jahr bis zu 1300 Tonnen „grünen“ Wasserstoff produzieren. In der Eröffnungsrede des Elektrolyseurs verkündete der Shell Vorstand, dass das aktuelle Projekt die Grundlage für eine Erweiterung auf bis zu 100 Megawatt legt, nähere Details wurden allerdings noch nicht berichtet.

Längerfristiger Anlagezeithorizont oder monatliche Sparpläne sinnvoll

Die vielen Großprojekte zeigen, dass Wasserstoff inzwischen aus der Projektplanungsphase herausgekommen ist. Langfristig bietet das Thema ungemeine finanzielle Chancen, die jedoch unter hohen Schwankungsrisiken bestehen. Investoren in Wasserstoff können die Schwankungsbreite der Börsenkurse nutzen und idealerweise über Sparpläne Positionen im Depot aufbauen. Dies ermöglicht auch mit kleineren Beträgen langfristig an den großen Chancen der Wasserstoff-Revolution teilhaben zu können. Der GG Wasserstoff ist als Sparplan eine ideale Themenergänzung eines zukunftsorientierten Depots.

Wasserstoffbegeisterte sollten bei Ihren Banken und Beratern aktiv nach dem Wasserstofffonds (WKN: A2QDR5) nachfragen und ihren Sparplanwunsch in diesen Fonds kommunizieren, da schwankungsanfällige Anlagen von vielen Beratern nur selten aktiv angeboten werden. Die überbordende Finanzanlagevermittlerrichtlinien tragen ihren Teil dazu bei, dass Kunden tenenziell eher zu sicherheitsorientiert einklassifiziert werden und somit für die Ansparung von Themenfonds, da diese immer eine höhere Risikobereitschaft des Kunden erfordern, vordringlich nicht in Frage kommen. Um vermeintliche Enttäuschungen bei den Kunden zu vermeiden, wird der Anleger dann auf ausgewogene Anlageprodukte, die im Falle von Kursrückgängen weniger schwankungsanfällig sind, verwiesen. Damit ist zu erklären, weshalb der Mittelzufluss in Mischfonds, eine Anlage weder Fisch noch Fleisch, immer stärker wird. Langfristige Chancen einzelner Themen werden mit diesen Fonds allerdings nicht genutzt werden können. Daher bedarf es sich selbst ein Bild über die Chancen des Wasserstoffsparplans zu machen und aktiv zu werden.

Über die Autorin

Carmen Junker Carmen Junker ist Gründerin der Grünes Geld GmbH und Geschäftsführerin der Grünes Geld GmbH. Carmen Junker: „Ein Grund mein berufliches Wirken speziell auf die Nachhaltige Geldanlage auszurichten ist, die Welt ein Stück positiver zu gestalten mit den Mitteln und Kenntnissen die mir zur Verfügung stehen. Aus der Verantwortung für die kommende Generation und weil ich selbst noch einige Jahre auf diesem schönen Planeten verbringen möchte“.

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