Was macht mein Geld eigentlich? Die wahre Wirkung von Investmentfonds und ETFs

Nach über zwanzig Jahren im Bereich ethisch-ökologischer Geldanlage stelle ich immer wieder fest: Viele Anlegerinnen haben gute Absichten, aber unklare Vorstellungen davon, was „nachhaltig“ wirklich bedeutet. Fonds und ETFs, die sich „grün“, „nachhaltig“, „ESG“ oder „verantwortlich“ nennen, versprechen viel — aber halten sie auch, was sie versprechen? In diesem Artikel schaue ich auf die Wirkung solcher Produkte, die Risiken wie Greenwashing und wie Sie als Anlegerin konkret prüfen können, ob Ihr Geld wirklich Positives bewirkt.

Was macht mein Geld eigentlich?

Die wahre Wirkung von Investmentfonds und ETFs

Nach über zwanzig Jahren im Bereich ethisch-ökologischer Geldanlage stelle ich immer wieder fest: Viele Anlegerinnen haben gute Absichten, aber unklare Vorstellungen davon, was „nachhaltig“ wirklich bedeutet. Fonds und ETFs, die sich „grün“, „nachhaltig“, „ESG“ oder „verantwortlich“ nennen, versprechen viel – aber halten sie auch, was sie versprechen? In diesem Artikel schauen wir auf die Wirkung solcher Produkte, die Risiken wie Greenwashing und wie Sie als Anlegerin konkret prüfen können, ob Ihr Geld wirklich Positives bewirkt.


Warum Wirkung oft hinter den Erwartungen zurückbleibt

1. Unterschied zwischen indirekter und direkter Wirkung

Indirekte Wirkung bedeutet, dass Ihr Investment dazu führt, dass Unternehmen stärker in Nachhaltigkeit investieren, weil sie merken, dass ESG-Kriterien wichtig sind. Vielleicht wird eine Branche gesünder, oder Kunden und Kapitalgeber fordern mehr Transparenz. Aber diese Effekte sind häufig diffus, schwer messbar – und dauern lange.

Direkte Wirkung bedeutet hingegen, dass Ihr Geld konkret in Projekte oder Unternehmen fließt, die messbare ökologische oder soziale Verbesserungen bringen – etwa in Windparks, in Projekte für saubereres Wasser oder in Unternehmen mit klaren Sozialstandards. Solche Wirkungen sind greifbar, aber seltener.

2. Greenwashing: Wenn Nachhaltigkeit behauptet, aber nicht gelebt wird

Ein Kernproblem ist, dass viele Produkte als nachhaltig vermarktet werden, ohne dass die Einhaltung von ESG-Kriterien oder die Impact-Messung tatsächlich stringent geprüft wird. Begriffe wie „nachhaltig“, „grün“ oder „ESG integriert“ werden häufig unscharf verwendet – oft mit vagen Selbstverpflichtungen und ohne belastbare Kennzahlen.

Studien zeigen, dass viele sogenannte Nachhaltigkeitsfonds kaum mehr Kapital in tatsächlich nachhaltige Unternehmen investieren als herkömmliche Produkte. Teilweise sind sogar fossile Energieträger, Rüstungsunternehmen oder problematische Lieferketten vertreten – trotz des „grünen“ Labels.

3. Regulatorische Rahmenbedingungen im Wandel

In Europa greifen mittlerweile Regelwerke, die mehr Transparenz über Nachhaltigkeitsfaktoren, Ausschlusskriterien und Auswirkungen verlangen. Dazu gehören Offenlegungspflichten, Klassifizierungen nach Nachhaltigkeitsgrad und Vorschriften zur Taxonomie.

Doch die Umsetzung dieser Regelungen ist noch lückenhaft. Viele Begriffe sind nicht gesetzlich eindeutig definiert, und zahlreiche Anbieter nutzen den Spielraum für kreative Interpretationen. Greenwashing ist also noch immer weit verbreitet – trotz guter Absichten und wachsendem Bewusstsein auf Anlegerseite.


Worauf Sie als Anleger*in achten sollten

Damit Ihr Geld nicht nur gut klingt, sondern tatsächlich Gutes bewirkt, können Sie auf folgende Kriterien achten:

KriteriumWarum es wichtig istWorauf Sie konkret achten können
Transparenz & OffenlegungNur wer offenlegt, kann kontrolliert werdenGibt es Berichte mit klaren Kennzahlen (z. B. CO₂-Fußabdruck, SDG-Beiträge, soziale Standards)?
AusschlusskriterienVerhindert Investitionen in klimaschädliche oder unethische BranchenSind Branchen wie Kohle, Öl, Waffen oder Kinderarbeit klar ausgeschlossen?
Wirkungsmessung (Impact)Ohne Messung keine Aussage über die WirkungGibt es nachvollziehbare Ziele und Indikatoren für ökologische oder soziale Wirkung?
Thematische Fonds vs. ESG-IntegrationThematische Fonds sind oft fokussierterInvestiert der Fonds gezielt in Nachhaltigkeitsthemen oder nur „irgendwie ESG“?
Kosten / GebührenNachhaltigkeit darf nicht zu teuer seinAchten Sie auf Verwaltungsgebühren, TER, versteckte Kosten – auch nachhaltige Produkte müssen wirtschaftlich sein.
Unabhängige Ratings / SiegelHilft bei der EinschätzungGibt es externe Bewertungen oder Nachhaltigkeitssiegel, die Orientierung geben?
Regulatorische EinordnungMehr Sicherheit durch gesetzliche StandardsErfüllt der Fonds gesetzliche Offenlegungs- oder Klassifizierungspflichten?

Über den Autor

Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.