Entwicklung Immobilienpreise: Minus 25 Prozent voraus?

Laut Handelsblatt vom 12. Mai 2020 können sich die Experten vom Forschungsinstitut Empirica bei Wohnimmobilien einen Preisrückgang von 10 bis 25 Prozent vorstellen. Selbst das Institut für Wohnwirtschaft Köln, obwohl es grundsätzlich den Markt für Wohnimmobilien in Deutschland stabil einschätzt, meint, dass die Preise um bis zu zwölf Prozent zurück gehen könnten. Nach dem explosionsartigen Anstieg der letzten Jahre wäre dies ein Szenario, mit dem nur wenige gerechnet haben.

Makler und Kollegen erwarten keinen Rückgang

Der Immobilienverband IVD hat 6.000 Immobilienmakler, Immobilienverwalter, Sachverständige und Projektentwickler befragt. Das Ergebnis seiner Befragung: Die Befragten glauben weiterhin an einen Anstieg der Preise für Wohnimmobilien von vier bis fünf Prozent in 2020.

Seit Coronakrise nichts mehr normal

Seit Beginn der Krise ist der Handel zusammengebrochen. In den vergangenen acht Wochen sei der Umsatz um 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück gegangen. Auch die Nachfrage sei zunächst eingebrochen, wird im Handelsblatt der Experte Sven Henkes zitiert. Aber mittlerweile sei sie wieder auf dem Vorkrisenniveau.

Dabei hat sich die Situation schon stark geändert. Statt einer Besichtitung wird heute zunächst nur eine 360-Grad-Aufnahme der Wohnung angesehen. Nur wer starkes Interesse hat, kommt zur Besichtitung. Das jedoch meist auch nur wenn die Wohnung leer steht, denn bei vermieteten Wohnungen scheitert die Begehung aktuell meist an den Mietern, die die Ansteckungsgefahr vermindern möchten und deshalb Begehungen untersagen.

Bauzinsen steigen

Die Zinsen werden wohl grundsätzlich niedrig bleiben, aber die Hypothekenzinsen werden von den Zinsen für Bundesanleihen beeinflusst. Bei diesen muss mit einem Renditeanstieg aufgrund der steigenden Staatsverschuldung Deutschlands gerechnet werden. Und tatsächlich, waren 15jährige Baukredite Mitte März noch für 0,88 Prozent zu bekommen, zahlt man heute schon 1,08 Prozent.

Was denken die Banken?

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken VDP hat im ersten Quartal einen Rekordanstieg der Kaufpreise für Wohn- und Gewerbeimmobilien um 6,3 Prozent registiert. Dieser dürfte auch für ein positives Gesamtjahr sorgen, auch wenn der Verband mit stagnierenden Preisen im 2. Quartal rechnet.

Nach einer Umfrage der Bundesbank bei deutschen Banken rechnet der Großteil mit einem nachlassenden Geschäft, der Saldo positiver und negativer Antworten lag mit minus 59 deutlich im pessimistischen Bereich.

Fazit: Anstieg der Preise wird sich ändern

Wie bei allen Prognosen gilt, dass sie besonders schwierig sind, wenn sie die Zukunft betreffen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass der ungebremste Anstieg für Preise bei Wohnimmobilien vorbei ist. Zumindest im Jahr 2020 werden die Verunsicherung der Menschen sowie verstärkte Kurzarbeit (10 Millionen Deutsche) für schwächere Nachfrage sorgen.

Grundsätzlich hängen die Immobilienmärkte an der wirtschaftlichen Entwicklung. Schwächt sich diese ab wie in 2020, vielleicht auch in den Folgejahren, muss mit Preisrückgängen bei den Immobilien gerechnet werden. Über die Höhe lässt sich keine verlässliche Aussage treffen.

Über den Autor

Gerd Junker Gerd Junker ist Co-Gründer und Geschäftsführer der Grünes Geld GmbH. Gerd Junker: „Wir leben was wir tun! Und das ist ganz einfach, denn der doppelte Nutzen von grünen Geldanlagen ist überzeugend – die Welt verbessern und Rendite erhalten.“ Mehr zu ihm und Grünes Geld auf Xing, Facebook oder Twitter.

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